<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Standards-Interoperabilitaet on Dr. Christian Knebel</title><link>https://dr-christian-knebel.de/tags/standards-interoperabilitaet/</link><description>Recent content in Standards-Interoperabilitaet on Dr. Christian Knebel</description><generator>Hugo -- gohugo.io</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Thu, 30 Jun 2022 20:00:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://dr-christian-knebel.de/tags/standards-interoperabilitaet/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>EU Data Governance Act in Kraft. Was das für öffentliche Daten bedeutet. – Juni 2022 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2022-06-monatsrueckblick/</link><pubDate>Thu, 30 Jun 2022 20:00:00 +0200</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2022-06-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Am 23. Juni tritt der
&lt;a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32022R0868"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
EU Data Governance Act
&lt;/a&gt; in Kraft. Er ist das erste größere Stück der europäischen Datenstrategie, das aus der Planungsphase in die Rechtsverbindlichkeit übergeht. Der DGA regelt, wie öffentliche Daten geteilt werden können, wie Datenmittler operieren, und wie ein europäischer Rahmen für Datenräume entstehen soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland ist er nicht optional.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-der-data-governance-act-konkret-verlangt"&gt;Was der Data Governance Act konkret verlangt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der DGA schafft drei neue Kategorien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens: Vorgaben für das Teilen geschützter öffentlicher Daten. Verwaltungen, die Daten halten, die nicht vollständig öffentlich sind, weil sie personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse oder urheberrechtlich geschütztes Material enthalten, müssen unter dem DGA definieren, unter welchen Bedingungen diese Daten für Forschung, Innovation oder öffentliches Interesse genutzt werden können. Das ist eine neue operative Aufgabe für Datenschutzbeauftragte und IT-Verantwortliche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens: Ein Zulassungsrahmen für Datenmittler. Organisationen, die als Plattform für das Teilen von Daten zwischen Unternehmen oder Bürger:innen und Unternehmen fungieren, werden reguliert. Für öffentliche Verwaltungen ist das relevant, weil einige Behörden de facto als Datenvermittler fungieren, ohne diesen Status bisher rechtlich geklärt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drittens: Ein Rahmen für Datenaltruismus. Organisationen, die freiwillig Daten für Gemeinwohl-Zwecke bereitstellen, können sich als „anerkannte Datenaltruismusorganisation&amp;quot; zertifizieren lassen. Das ist für Forschungsinstitutionen interessant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Verwaltungen jetzt tun sollten: Inventarisieren. Welche Daten halten sie? Welche davon fallen unter den DGA? Welche Prozesse brauchen sie, um Datenanfragen unter dem DGA-Rahmen zu bearbeiten? Diese Inventur ist keine einmalige Aufgabe, sondern der Beginn eines Datenmanagementsystems.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-das-mit-der-registermodernisierung-zu-tun-hat"&gt;Was das mit der Registermodernisierung zu tun hat&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der DGA und die
&lt;a href="https://www.bmi.bund.de/DE/themen/moderne-verwaltung/verwaltungsmodernisierung/registermodernisierung/registermodernisierung-node.html"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Registermodernisierung
&lt;/a&gt; lösen dasselbe Problem von zwei Seiten. Der DGA regelt, wie Daten geteilt werden. Die Registermodernisierung soll sicherstellen, dass die richtigen Daten in den richtigen Registern liegen und technisch abrufbar sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Once-Only, das Prinzip, dass Bürger:innen Daten nur einmal einreichen müssen, funktioniert nur, wenn die Register, die diese Daten halten, miteinander kommunizieren können. Der DGA schafft den europäischen Rahmen dafür. Die Registermodernisierung schafft die nationale Infrastruktur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Deutschland hier konkret tun muss: Die Umsetzung des DGA und die Registermodernisierung koordiniert behandeln, nicht als getrennte Projekte. Welche Register müssen bis wann welche Schnittstellen haben, damit Once-Only unter dem DGA-Rahmen tatsächlich funktioniert? Wer diese Frage nicht beantwortet, hat zwei Programme, die dasselbe Ziel beschreiben, ohne denselben Weg zu gehen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="sechs-monate-bis-zur-ozg-deadline"&gt;Sechs Monate bis zur OZG-Deadline&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Halbzeit. Der 31. Dezember 2022 ist sechs Monate entfernt. Die EfA-Dienste, die bis Jahresende live gehen sollen, müssen jetzt in finaler Entwicklung oder im Testbetrieb sein. Was noch nicht in Produktion ist, wird bis Dezember kaum noch fertig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das bedeutet: Der Fokus für das zweite Halbjahr sollte weniger auf der Entwicklung neuer Dienste liegen als auf der Nachnutzung bestehender. Welche Länder haben welche EfA-Dienste noch nicht integriert? Was ist der konkrete Hinderungsgrund? Wo liegt er in Geld, wo in Kapazität, wo in politischem Willen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Fragen zu beantworten, ist anstrengend. Sie zu ignorieren, ist teurer.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie den Data Governance Act für Ihre Datenstrategie konkret einordnen wollen oder die OZG-Halbzeitbilanz für Ihre Planung brauchen: Über das Kontaktformular unten bin ich erreichbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>EU-COVID-Zertifikat startet. Ein europäisches Digitalprojekt, das liefert. – Juni 2021 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2021-06-monatsrueckblick/</link><pubDate>Wed, 30 Jun 2021 20:00:00 +0200</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2021-06-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Am 1. Juni 2021 startet das
&lt;a href="https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/coronavirus-response/safe-covid-19-vaccines-europeans/eu-digital-covid-certificate_de"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
EU Digital COVID Certificate
&lt;/a&gt; in einer Gruppe von Pilotstaaten. Ab 1. Juli ist es EU-weit gültig. Impfnachweis, Testnachweis, Genesungsnachweis in einem fälschungssicheren, interoperablen digitalen Format, das in allen 27 EU-Mitgliedstaaten erkannt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist ein europäisches Digitalprojekt, das liefert. Unter erheblichem Zeitdruck. Mit echten grenzüberschreitenden Interoperabilitätsanforderungen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-das-eu-covid-zertifikat-zeigt-das-andere-nicht-zeigen"&gt;Was das EU-COVID-Zertifikat zeigt, das andere nicht zeigen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das EU-COVID-Zertifikat ist in weniger als sechs Monaten von der politischen Entscheidung zur EU-weiten Einsatzfähigkeit gegangen. Das ist in europäischen Digitalprojekten ungewöhnlich. Was hat das ermöglicht?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens: Ein gemeinsamer technischer Standard, der frühzeitig definiert und für alle verbindlich war. Das
&lt;a href="https://health.ec.europa.eu/publications/technical-specifications-eu-digital-covid-certificates-volumes-1-5_en"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Technische Framework
&lt;/a&gt; liegt als Open-Source-Spezifikation vor. Niemand musste eigene Lösungen finden, jeder implementierte denselben Standard.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens: Der politische Druck war extrem hoch und eindeutig: Das Sommer-Reisesaisonziel hat die Koalition zusammengehalten. Wenn das Ergebnis Monate nach dem Sommer fertig wäre, hätte es niemanden geholfen. Das klingt banal, ist aber entscheidend: klares Ziel, klarer Zeitpunkt, klarer Nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drittens: Dezentrale Implementierung, zentraler Standard. Jeder Mitgliedstaat hat sein eigenes Backend, seine eigenen Ausstellungsregeln, seine eigene App. Was zentral ist: das Vertrauensmodell und die kryptographische Signaturprüfung. Interoperabilität entsteht nicht durch Zentralisierung aller Daten, sondern durch gemeinsame Standards.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist das Muster, das auf OZG übertragbar ist. Nicht zentralisierte Lösungen, sondern gemeinsame Standards, dezentrale Implementierung. EfA ist dieses Muster für Deutschland. Das EU-COVID-Zertifikat ist es für Europa.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-das-für-eidas-20-bedeutet"&gt;Was das für
&lt;a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R0910"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
eIDAS
&lt;/a&gt; 2.0 bedeutet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Parallel hat die EU-Kommission im Juni ihren Vorschlag für
&lt;a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/eidas-regulation"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
eIDAS 2.0
&lt;/a&gt; vorgelegt. Das European Digital Identity Wallet soll eine EU-weite digitale Identität schaffen: eine App auf dem Smartphone, in der Personalausweis, Führerschein und andere Credentials sicher gespeichert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das klingt nach einem bekannten Ziel. Was es neu macht: Die EU-Wallet soll von jedem Mitgliedstaat akzeptiert werden müssen, und nicht nur für Verwaltungsleistungen, sondern auch für private Dienste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für Deutschland bedeutet das: Die
&lt;a href="https://id.bund.de/de"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
BundID
&lt;/a&gt;, die gerade als zentrale digitale Identität aufgebaut wird, muss in einen europäischen Kontext eingebettet werden. Was technisch als BundID gebaut wird, sollte eIDAS-2.0-kompatibel sein. Sonst entsteht eine nationale Lösung, die in drei bis fünf Jahren gegen eine europäische ausgetauscht werden muss.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-die-lücke-zur-deutschen-umsetzung-zeigt"&gt;Was die Lücke zur deutschen Umsetzung zeigt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das EU-COVID-Zertifikat hat gezeigt, was geht, wenn Druck hoch und Ziel klar ist. Die deutsche OZG-Umsetzung läuft unter anderem Druck: 575 Leistungen, 16 Länder, tausende Kommunen, kein einheitliches Zeitdruckgefühl auf allen Ebenen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was sich übertragen lässt: der Standard-first-Ansatz. Wer zuerst einen gemeinsamen interoperablen Standard definiert und dann implementieren lässt, bekommt interoperable Ergebnisse. Wer implementieren lässt und danach Interoperabilität versucht herzustellen, bekommt 16 technisch unterschiedliche Lösungen, die nicht zusammenpassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die OZG-Restlaufzeit bis Ende 2022 ist dieser Schritt noch möglich. Aber er erfordert Entscheidungen heute, nicht in sechs Monaten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie das EU-COVID-Zertifikat als Blaupause für Ihre eigene Digitalisierungsstrategie verstehen wollen: Über das Kontaktformular unten bin ich erreichbar.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Registermodernisierung beschlossen. Jetzt kommt der schwierige Teil. – März 2021 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2021-03-monatsrueckblick/</link><pubDate>Wed, 31 Mar 2021 20:00:00 +0200</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2021-03-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Der
&lt;a href="https://www.bmi.bund.de/DE/themen/moderne-verwaltung/verwaltungsmodernisierung/registermodernisierung/registermodernisierung-node.html"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Bundestag verabschiedet das Registermodernisierungsgesetz
&lt;/a&gt;. Das Gesetz führt die Steuer-ID als sektorübergreifende Personenkennziffer ein, mit der Verwaltungsregister künftig Daten untereinander austauschen können. Das ist die rechtliche Grundlage für Once-Only: Bürger:innen sollen Daten nur einmal einreichen müssen, danach holt die Verwaltung sie sich selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zeitgleich veröffentlicht die EU-Kommission den
&lt;a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/digital-compass"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Digital Compass 2030
&lt;/a&gt;. Ambitionierte Ziele für ein digitales Europa bis 2030: 80 Prozent der Bevölkerung mit digitalen Grundkenntnissen, vollständig digitale öffentliche Dienste, sichere und nachhaltige digitale Infrastruktur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beides zusammen beschreibt, wo Deutschland hinmuss. Die Lücke zwischen gesetzlichem Rahmen und Verwaltungsrealität ist der Ort, an dem 2021 die eigentliche Arbeit liegt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-das-registermodernisierungsgesetz-bringt-und-was-es-nicht-löst"&gt;Was das Registermodernisierungsgesetz bringt und was es nicht löst&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Gesetz ist ein Meilenstein. Nicht weil es Once-Only sofort liefert, sondern weil es den rechtlichen Rahmen schafft, ohne den Once-Only nicht möglich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kernfrage war die Datenschutzkontroverse. Die Steuer-ID ist eine einheitliche Kennung, die über Registergrenzen hinweg genutzt werden kann. Kritiker:innen, darunter der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, haben gewarnt: Eine zentrale Kennung, die alle Lebensbereiche verknüpft, schafft Risiken für Profilbildung und staatliche Überwachung. Diesen Einwänden begegnet das Gesetz mit technischen Schutzmaßnahmen: Die Steuer-ID wird nicht direkt übermittelt, sondern für jeden Registerkontext in eine spezifische Kennung umgerechnet. Bereichsspezifische Kennzeichen statt universeller Profilnummer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der richtige Kompromiss. Kein Once-Only ohne Registerverbindung. Keine Registerverbindung ohne datenschutzkonforme Kennung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das Gesetz nicht löst: die operative Komplexität. Deutschland hat über 200 relevante Verwaltungsregister. Jedes hat seine eigene Geschichte, seine eigene Datenstruktur, seinen eigenen Betreiber. Sie alle an einen gemeinsamen Datenaustausch anzuschließen, ist keine Gesetzgebungsaufgabe. Es ist ein Jahrzehntprojekt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was 2021 konkret passieren muss: Eine Prioritätenliste. Welche Register sind für die häufigsten Verwaltungsleistungen zwingend notwendig? Diese zuerst. Wer alle 200 Register gleichzeitig reformieren will, reformiert keinen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-der-eu-digital-compass-für-deutschland-bedeutet"&gt;Was der
&lt;a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/digital-compass"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
EU Digital Compass
&lt;/a&gt; für Deutschland bedeutet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der
&lt;a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/digital-compass"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Digital Compass 2030
&lt;/a&gt; setzt vier Säulen: Menschen (digitale Kompetenzen), sichere und nachhaltige digitale Infrastruktur, Digitalisierung von Unternehmen und Digitalisierung öffentlicher Dienste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die öffentliche Verwaltung ist der Compass kein Gesetz, sondern ein politisches Zielbild. Er gibt Orientierung, aber keine Finanzierung. Was er schafft: einen europäischen Vergleichsrahmen. Deutschland kann sich daran messen lassen, was bei Estland, Dänemark oder den Niederlanden bereits funktioniert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was der Compass auch zeigt: Digitale Infrastruktur und digitale Kompetenzen gehen zusammen. Die besten Verwaltungsportale helfen wenig, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung sie nicht nutzen kann. Digitale Inklusion ist keine Begleitmaßnahme, sondern eine Voraussetzung für den Nutzen der Investitionen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-die-nächsten-schritte-beim-registermodernisierungsgesetz-sind"&gt;Was die nächsten Schritte beim Registermodernisierungsgesetz sind&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Gesetz ist verabschiedet. Was jetzt folgt, ist die operative Umsetzung: Pilotregister identifizieren, Schnittstellen definieren, Betreiber einbinden. Das
&lt;a href="https://www.bmi.bund.de/DE/themen/moderne-verwaltung/verwaltungsmodernisierung/registermodernisierung/registermodernisierung-node.html"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
NOOTS-System
&lt;/a&gt; (Nationales Once-Only Technical System) ist das technische Rückgrat dafür.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der kritische Pfad läuft über die Fachverfahrensanbieter. Jedes Register hat einen Betreiber, oft ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das das Fachverfahren entwickelt hat und betreibt. Diese Betreiber müssen Schnittstellen öffnen und NOOTS-kompatibel werden. Ohne sie kommt keine Registermodernisierung in die Praxis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer diese Anbieter nicht frühzeitig einbindet und ihre Einwände ernst nimmt, baut einen Rechtsrahmen ohne Umsetzungspartner.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Registermodernisierung oder Once-Only in Ihrer Behörde oder Ihren Projekten gerade ein Thema ist: Ich freue mich über Ihre Nachricht über das Kontaktformular unten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>EfA nimmt Fahrt auf. Was föderale Nachnutzung in der Praxis heißt. – Februar 2020 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2020-02-monatsrueckblick/</link><pubDate>Sat, 29 Feb 2020 20:00:00 +0100</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2020-02-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Das EfA-Modell (Einer für Alle) ist das Fundament der OZG-Skalierungsstrategie. Ein Land entwickelt, alle anderen können nachnutzen. Mit dem Start von
&lt;a href="https://www.fitko.de/"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
FITKO
&lt;/a&gt; im Januar und dem wachsenden EfA-Portfolio wird 2020 das Jahr, in dem sich zeigt, ob die Theorie in der Praxis hält.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten Erfahrungsberichte aus dem Feld sind lehrreich, nicht in allem ermutigend.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-efa-in-der-praxis-bedeutet"&gt;Was EfA in der Praxis bedeutet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Unterschied zwischen „technisch lauffähig&amp;quot; und „nachgenutzt&amp;quot; ist der eigentliche EfA-Engpass. Ein Dienst kann fertig entwickelt sein, in einer Test-Instanz laufen und dokumentiert vorliegen. Bevor eine andere Kommune ihn einsetzt, passiert folgendes:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der lokale IT-Dienstleister muss den Dienst in die bestehende Infrastruktur integrieren. Das erfordert Schnittstellen zu lokalen Fachverfahren, die keiner einfachen Standardisierung folgen. Jede Gemeinde hat ihre eigene Softwarelandschaft, oft historisch gewachsen, oft von mehreren Anbietern. Die Anpassungsarbeit liegt zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten, je nach Dienst und lokaler Komplexität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daneben: Datenschutzprüfung im jeweiligen Landeskontext, technische Sicherheitsfreigabe, Pilotphase mit echten Nutzer:innen, Schulung der Mitarbeitenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist keine Fehlkonstruktion des EfA-Modells. Es ist die Realität föderaler IT. Wer EfA-Nachnutzung als Knopfdruck behandelt, unterschätzt die lokale Arbeit, die Bundesdigitalisierung in kommunaler Praxis bedeutet.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="wo-die-dokumentationsqualität-entscheidet"&gt;Wo die Dokumentationsqualität entscheidet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Was kommunale IT-Stellen aus eigener Erfahrung nennen: Die Dokumentationsqualität der EfA-Dienste ist heterogen. Manche Dienste liefern vollständige technische Beschreibungen, klare API-Dokumentation, Integrationshilfen. Andere liefern das Minimum, das für die Abnahme nötig war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist kein böser Wille. Es ist eine Anreizstruktur: Wer einen Dienst entwickelt, wird an der Lieferung des Dienstes gemessen, nicht an der Nachnutzungsquote in anderen Ländern. Wer nicht für die Nachnutzung incentiviert wird, investiert nicht in Nachnutzbarkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was FITKO hier regulierend eingreifen kann: Qualitätskriterien für EfA-Dienste definieren, die über den technischen Betrieb hinausgehen. Dokumentation, Integrationshilfen, Support-Zusagen. Ein EfA-Dienst ohne diese Elemente ist fertig entwickelt, aber nicht nachnutzbar.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-die-kommunen-brauchen-was-sie-nicht-bekommen"&gt;Was die Kommunen brauchen, was sie nicht bekommen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Kommunale IT-Verantwortliche beschreiben 2020 eine bekannte Lage: Sie sollen EfA-Dienste integrieren, haben aber keine zusätzlichen Mittel dafür bekommen. Ihre Ressourcen sind in laufenden Projekten gebunden. Die EfA-Nachnutzung kommt on top auf dem, was ohnehin läuft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist die strukturelle Finanzierungsfrage, die das OZG bisher nicht beantwortet hat. Wer Kommunen verpflichtet, digitale Dienste zu integrieren, muss auch sicherstellen, dass diese die Kapazität dafür haben. Ohne diese Antwort bleibt EfA ein Angebot, das nicht abgerufen werden kann, weil die Kapazität fehlt, es abzurufen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn EfA-Nachnutzung oder die operative OZG-Umsetzung in Ihrem Kontext gerade eine Rolle spielt: Das Kontaktformular unten ist der schnellste Weg zu mir.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>