<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Ki-in-Verwaltung on Dr. Christian Knebel</title><link>https://dr-christian-knebel.de/tags/ki-in-verwaltung/</link><description>Recent content in Ki-in-Verwaltung on Dr. Christian Knebel</description><generator>Hugo -- gohugo.io</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Mon, 30 Jun 2025 20:00:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://dr-christian-knebel.de/tags/ki-in-verwaltung/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Das Gegenbeispiel kommt aus Nürnberg. Juni 2025 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2025-06-monatsrueckblick/</link><pubDate>Mon, 30 Jun 2025 20:00:00 +0200</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2025-06-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Das
&lt;a href="https://bmds.bund.de"
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&gt;
Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
&lt;/a&gt; startete seine ersten Wochen mit einem Kabinettsrang vor dem Verkehrsministerium, einem geliehenen Autohaus-Showroom als Besprechungsraum und drei Diensthandys für Staatssekretär Markus Richter – je eines aus dem Innen-, Verkehrs- und Finanzministerium.
&lt;a href="https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung-und-ki/briefing/digitalministerium-legt-entwurf-fuer-interne-struktur-vor"
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&gt;
Mitte Juni veröffentlichte das Haus ein erstes Organigramm
&lt;/a&gt; (Tagesspiegel Background, Paywall): „Version 0.1&amp;quot;, so Richter intern, „eine Version, die uns zunächst Orientierung bietet.&amp;quot; Kein eigener Etat für 2025, rund 500 Mitarbeitende formal noch bei ihren Herkunftshäusern. Gleichzeitig reservierte der Haushaltsentwurf 2025
&lt;a href="https://bmds.bund.de/fileadmin/BMDS/Dokumente/Modernisierungsagenda_barrierefrei.pdf"
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&gt;
1,6 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur
&lt;/a&gt; für zentrale Digitalprojekte: 263 Millionen für die Registermodernisierung, 243 Millionen für das Bürgerkonto, 131 Millionen für die EUDI-Wallet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer in diesem Monat mit konkreter Verwaltungsdigitalisierung überraschte, saß nicht in der Englischen Straße 30 in Berlin-Charlottenburg.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="struktur-kommt-zuletzt"&gt;Struktur kommt zuletzt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Ministerium aus sechs Vorläufern zusammenzuziehen ist kein bürokratischer Routinevorgang. Das BMDS war im Juni nicht einmal fertig beschriftet – am Eingang begrüßte die Plakette des Bundesinnenministeriums. Trotzdem produzierte das Haus innerhalb der ersten Wochen zwei Gesetze: das
&lt;a href="https://netzpolitik.org/2025/national-once-only-technical-system-staatsvertrag-fuer-datenautobahn/"
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&gt;
NOOTS-Gesetz
&lt;/a&gt;, das die rechtliche Grundlage für behördenübergreifenden Datenaustausch legt, und das
&lt;a href="https://bmds.bund.de"
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&gt;
Glasfaserprivileg
&lt;/a&gt;, mit dem der Breitbandausbau ins „überragende öffentliche Interesse&amp;quot; gehoben und damit Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Das ist politischer Produktionsbetrieb unter Baustellenbedingungen. Und es zeigt, was geht, wenn der politische Wille da ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das Organigramm darüber hinaus sichtbar macht: Der Deutschland-Stack bekommt eine eigene Abteilung, mit zwei Unterabteilungen für staatliche Infrastruktur und digitale Dienste. Organisatorisch mehr als eine symbolische Geste. Die Frage, ob dieser Stack eine echte Architekturentscheidung wird oder ein weiteres Sammelbecken für bestehende Initiativen, ließ sich im Juni noch nicht beantworten – das Team sollte bis Ende des Monats die Weichen stellen, ein ambitionierter Zeitplan für ein Vorhaben, das Bund, Länder und Kommunen verbinden soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der eigentliche Hebel des Digitalministeriums liegt woanders: im Zustimmungsvorbehalt über
&lt;a href="https://bmds.bund.de"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
IT-Ausgaben der Bundesverwaltung
&lt;/a&gt;. Wenn das BMDS dieses Instrument konsequent nutzt, als echtes Entscheidungsfilter und nicht als weitere Koordinationsebene, entscheidet sich dort, ob der Stack eine technische Plattform wird oder ein politisches Label. Welche laufenden IT-Projekte werden auf Stack-Kompatibilität geprüft? Welche Ausschreibungen kommen nicht durch? Das sind die Fragen, die im Herbst Antworten brauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Kontext dafür liefert der Markt selbst:
&lt;a href="https://www.golem.de/news/lizenzen-ausgaben-des-bundes-fuer-software-2024-deutlich-gestiegen-2506-197331.html"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Microsofts Ausgaben des Bundes für Softwarelizenzen sind 2024 deutlich gestiegen
&lt;/a&gt; – Digitalisierung kostet zunächst mehr, nicht weniger, das ist ehrlich. Problematisch wird es, wenn die höheren Ausgaben in tiefere Abhängigkeit fließen, statt in Wahlfreiheit.
&lt;a href="https://www.golem.de/news/sovereign-cloud-microsoft-umwirbt-europaeer-mit-datensouveraenitaet-2506-197186.html"
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&gt;
Microsoft umwarb im Juni europäische Kunden aktiv mit seiner Sovereign-Cloud-Architektur
&lt;/a&gt;.
&lt;a href="https://www.golem.de/news/deutschland-und-frankreich-hoeheres-tempo-bei-souveraenen-cloud-plattformen-2506-196769.html"
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&gt;
Deutschland und Frankreich vereinbarten höheres Tempo beim Aufbau europäischer Cloud-Plattformen
&lt;/a&gt;. Beides zeigt, wohin sich die Debatte bewegt. Was noch fehlt: ein klares Signal des BMDS, welche Standards ein „souveräner&amp;quot; IT-Einkauf des Bundes künftig erfüllen muss – konkret, nicht als Grundsatzpapier.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-die-ba-gerade-macht"&gt;Was die BA gerade macht&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Während das Ministerium seine Organigramm-Version 0.1 kursieren ließ, gab BA-Chefin Andrea Nahles ein
&lt;a href="https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung-und-ki/briefing/multi-cloud-sap-aleph-alpha-so-will-die-bundesagentur-fuer-arbeit-souveraen-werden"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Interview über Multi-Cloud, Once-Only und Aleph Alpha
&lt;/a&gt; (Tagesspiegel Background, Paywall), das im Fachkreis wenig Aufsehen erzeugte – das aber zeigt, wie Verwaltungsmodernisierung aussieht, wenn man sie operativ ernst nimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bundesagentur für Arbeit betreibt seit April einen Cloud-Broker-Rahmenvertrag über den sieben Anbieter abrufbar sind: amerikanische Hyperscaler und europäische Alternativen, ohne Abnahmeverpflichtung, ohne Mono-Strategie. Die zentralen Auszahlungssysteme ziehen 2025 in die SAP-Cloud-Umgebung. Nahles&amp;rsquo; Begründung: Rechenzentrumskapazitäten freiräumen, um KI-Anwendungen mit sensiblen Daten weiterhin im eigenen Haus betreiben zu können. Das ist keine Widerspruch-Logik, das ist Architekturdisziplin: Cloudnutzung dort, wo es sinnvoll ist, Eigenregie dort, wo es darauf ankommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beim Once-Only-Prinzip ist die BA als Pilotbehörde konkret unterwegs: Datenaustausch mit dem Bundeszentralamt für Steuern, Anbindung an das Bremer Datenschutzcockpit, vorausgefüllte Anträge. Nicht als Konzeptpapier, sondern als laufende Implementierung.
&lt;a href="https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung-und-ki/briefing/once-only-warum-die-verwaltung-ihre-daten-aufraeumen-muss"
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&gt;
Bremen hatte im selben Monat gezeigt, was Once-Only technisch voraussetzt
&lt;/a&gt; (Tagesspiegel Background, Paywall): aufgeräumte Datenbestände. Wer seine Register nicht kennt, kann sie nicht teilen. Die BA kennt sie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;💡 Der Unterschied zwischen „wir arbeiten an Once-Only&amp;quot; und „wir tun Once-Only&amp;quot; ist ein aufgeräumtes Datenmodell. Wer da noch nicht angefangen hat, sollte nicht auf den Stack warten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann ist da noch die KI-Entscheidung. Die BA hat 2024 einen
&lt;a href="https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung-und-ki/briefing/multi-cloud-sap-aleph-alpha-so-will-die-bundesagentur-fuer-arbeit-souveraen-werden"
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&gt;
Rahmenvertrag über 19 Millionen Euro mit Aleph Alpha
&lt;/a&gt; abgeschlossen, entwickelt gemeinsam einen internen Wissens-Assistenten namens „Bakira&amp;quot; und hat laut Nahles 21 KI-Anwendungsfälle aktiv, bis Ende 2025 sollen es über 30 sein. Was hier funktioniert, hat einen strukturellen Grund: Die BA verfügt über einen eigenen Technologie-Stack, der diese Integrationen trägt. Und sie hat eine Führung, die KI nicht als Kommunikationsbotschaft, sondern als Infrastrukturkomponente begreift.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist kein Anlass zur Übertragung eins zu eins. Die BA ist ein Einzelakteur mit klaren Zuständigkeiten, eigenem Haushalt und einem internen IT-Dienstleister. Föderale Verwaltungsdigitalisierung ist strukturell anders. Aber das Muster ist übersetzbar: Erst die Datengrundlage, dann der Datenaustausch. Erst ein Anwendungsfall liefern, dann den nächsten bauen. Wenn eine Behörde es vormacht, kommen andere mit, schneller als es jede Bundesvereinbarung erzwingen könnte.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Juni 2025: Das Digitalministerium entsteht. Der Deutschland-Stack bekommt eine Heimat im Organigramm. Die Milliarden aus dem Sondervermögen sind reserviert. Was noch fehlt, hat die BA schon: ein Architekturverständnis, das entscheidet, was reingehört und was nicht, und die Bereitschaft, mit einem konkreten ersten Schritt anzufangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neue Zuständigkeit ist kein neues Ergebnis. Der erste echte Test für das BMDS wird nicht die nächste Agenda-Veröffentlichung sein, sondern die erste IT-Ausgabe einer Bundesbehörde, die es ablehnt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Sie bauen gerade eine Cloud- oder Datenstrategie in der Verwaltung und fragen sich, wo der vernünftige erste Schritt sitzt? Oder Sie stehen vor der Frage, welche Voraussetzungen Once-Only in Ihrer Behörde braucht, bevor der Stack kommt? Schreiben Sie mich an – ich denke mit, ohne mitzuverkaufen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>481 Millionen Euro für Microsoft. Dann kam DeepSeek. – Januar 2025 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2025-01-monatsrueckblick/</link><pubDate>Fri, 31 Jan 2025 20:00:00 +0100</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2025-01-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Die Open Source Business Alliance veröffentlicht im Januar eine Zahl aus einer Bundestagsanfrage:
&lt;a href="https://osb-alliance.de/pressemitteilungen/fast-eine-halbe-milliarde-euro-fuer-microsoft-lizenzen-geld-fehlt-fuer-die-modernisierung-des-staates"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
481,1 Millionen Euro
&lt;/a&gt; hat die Bundesverwaltung 2024 für Microsoft-Lizenzen ausgegeben. 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Am 20. Januar, dem Tag der Trump-Inauguration, erscheint DeepSeek R1: ein chinesisches Open-Source-Sprachmodell auf GPT-4-Niveau, trainiert für einen Bruchteil der üblichen Kosten, frei verfügbar und lokal betreibbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei Nachrichten, ein Monat. Beide beschreiben dasselbe Problem von entgegengesetzten Seiten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-481-millionen-wirklich-bedeuten"&gt;Was 481 Millionen wirklich bedeuten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Zahl ist kein Skandal. Sie ist ein Systemzustand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Microsoft-Lizenzkosten der Bundesverwaltung sind in einem Jahr um 38 Prozent gestiegen – nicht weil die Nutzerzahl gewachsen wäre, sondern weil die Abhängigkeit so tief ist, dass kaum Verhandlungsmacht bleibt. Für 2026 sind
&lt;a href="https://osb-alliance.de/pressemitteilungen/fast-eine-halbe-milliarde-euro-fuer-microsoft-lizenzen-geld-fehlt-fuer-die-modernisierung-des-staates"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
weitere Preissteigerungen angekündigt
&lt;/a&gt;. OSBA-Vorstandsvorsitzender Peter Ganten bringt es auf den Punkt: „Geld, das in die Lizenzen eines Konzerns fließt, fehlt für Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse der Verwaltung zugeschnitten sind.&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Delos Cloud war die Antwort auf genau dieses Unbehagen: eine „souveräne&amp;quot; Lösung, gebaut auf SAP- und Microsoft-Infrastruktur, mit deutschem Rechenzentrum. Im Januar räumt das Innenministerium Baden-Württembergs ein, was Fachleute seit Langem beobachten:
&lt;a href="https://www.security-insider.de/delos-verwaltungscloud-soveranitatsdebatte-drittstaatenzugriffe-a-8077fff80fed537183f6f70ad99c1824/"
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&gt;
Zugriffe durch Drittstaaten können nicht ausgeschlossen werden
&lt;/a&gt;. Der Grund ist nicht die Hardware, sondern das Recht. Der
&lt;a href="https://t3n.de/news/microsofts-offenbarungseid-warum-europas-digitale-souveraenitaet-eine-illusion-ist-1704323/"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
CLOUD Act verpflichtet US-Unternehmen
&lt;/a&gt;, auf behördliche Anordnung Daten herauszugeben – unabhängig davon, wo die Server stehen. Ein Microsoft-Frankreich-Direktor hat das im Juni 2024 unter Eid bestätigt: Er könne nicht garantieren, dass Daten französischer Behörden niemals ohne deren Zustimmung an die US-Regierung gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Keine Architektur, kein Vertrag, kein nationales Rechenzentrum ändert daran etwas. Das ist kein technisches Problem. Das ist ein rechtliches. Und es macht eine ganze Klasse von „Souveränitätslösungen&amp;quot; strukturell wirkungslos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hilft? Nicht das nächste Zertifikat für ein US-Produkt mit deutschem Label. Sondern die sachliche Frage, für welche Daten US-abhängige Infrastruktur überhaupt akzeptabel ist. Für unkritische Workloads kann das eine pragmatische Antwort sein. Für klassifizierte Verwaltungsvorgänge, Sicherheitsbehörden und kritische Infrastruktur ist es das nicht. Die Datenkategorie zieht die Grenze – nicht der Vertragstext.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-deepseek-mit-souveränität-zu-tun-hat"&gt;Was DeepSeek mit Souveränität zu tun hat&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Am 20. Januar erscheint
&lt;a href="https://arxiv.org/abs/2501.12948"
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&gt;
DeepSeek R1
&lt;/a&gt;: ein chinesisches Open-Source-Sprachmodell, das in Benchmarks mit GPT-4 und Claude mithalten kann und dabei nach eigenen Angaben für einen Bruchteil der bisherigen Trainingskosten entwickelt wurde. Trump bezeichnet es als „Weckruf&amp;quot; für die US-KI-Industrie. An der Wall Street bricht der Nvidia-Kurs ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der deutschen Verwaltungsdigitalisierungsdiskussion löst das vor allem eine Frage aus: Kann man einem chinesischen Modell vertrauen? Die Frage ist nicht falsch. Sie übersieht aber den wichtigeren Punkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass ein leistungsfähiges Open-Source-Modell existiert, bedeutet: Es lässt sich lokal betreiben. Auf eigener Infrastruktur. Ohne Hyperscaler. Ohne US-Rechenzentrum. Ohne CLOUD-Act-Risiko. Die Bedeutung von DeepSeek für die digitale Souveränität liegt nicht darin, ob man es einsetzt, sondern darin, was es beweist: Dass die technische Architektur moderner KI keine Milliardenpipeline nach Redmond oder Seattle braucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist dieselbe Logik wie bei VMware. Nachdem Broadcom die Preise nach der Übernahme drastisch erhöht hatte, haben europäische Cloud-Anbieter begonnen, auf Open-Source-Alternativen zu migrieren. Das österreichische Unternehmen Anexia hat
&lt;a href="https://www.golem.de/news/vmware-enorme-lizenzkosten-zwingen-eu-cloudanbieter-zum-umstieg-2501-192365.html"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
12.000 virtuelle Maschinen umgestellt
&lt;/a&gt;. Der Schmerz war real. Die Migration auch. Am Ende lief die Infrastruktur – auf offenen Systemen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;💡 Souveränität entsteht nicht durch Bekenntnis, sondern durch laufende Systeme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Open Source als Betriebsmodell hat dort funktioniert, wo proprietäre Preispolitik den Anstoß gab. Das sollte kein Zufall sein, sondern Strategie.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-trotzdem-vorangeht"&gt;Was trotzdem vorangeht&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Deutschland ist im Januar 2025 ein Land im Vorwahlmodus. Die Regierung agiert geschäftsführend, die Koalitionsverhandlungen für den Koalitionsvertrag liegen noch vor uns. Trotzdem passieren Dinge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Berlin bereitet den Einsatz von
&lt;a href="https://www.egovernment.de/berlin-setzt-auf-opendesk-a-29fc90a30e20982dccf41ea4385948e9/"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
openDesk
&lt;/a&gt; in der Verwaltung vor, dem Open-Source-Arbeitsplatz von ZenDiS. Schleswig-Holstein veröffentlicht ein
&lt;a href="https://www.egovernment.de/deutschland-stack-schleswig-holstein-legt-impulspapier-vor-a-c0dd28cbc12086a305f57a354a19cf5d/"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Impulspapier zum Deutschland-Stack
&lt;/a&gt; mit konkreten Vorschlägen, wie ein föderaler Technologiestapel mit Open-Source-Kern aussehen könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das Bundeskabinett beschließt die rechtliche Grundlage für NOOTS, das
&lt;a href="https://stadt-bremerhaven.de/digitale-verwaltung-bundeskabinett-ebnet-weg-fuer-once-only-prinzip/"
target="_blank" rel="noopener noreferrer"
&gt;
Nationale Once-Only Technical System
&lt;/a&gt;: die föderale Dateninfrastruktur, mit der Bürger:innen staatlichen Stellen einmal gemeldete Daten nicht immer wieder neu übermitteln müssen. Das klingt nach Selbstverständlichkeit. In der deutschen Föderalstruktur ist es ein jahrzehntelanger Kampf – an dem in einem politisch schwergewichtigen Monat trotzdem ein weiterer Schritt gelingt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Weg ist nicht neu. Er wird nur endlich genommen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Januar 2025 in zwei Sätzen: Die Kosten der Abhängigkeit sind sichtbar geworden. Und die Alternativen auch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;481 Millionen Euro Lizenzgebühren zeigen, wohin ein Jahrzehnt ohne Ausstiegsstrategie führt. DeepSeek zeigt, dass Open Source als ernsthaftes Betriebsmodell funktioniert. Und wer die Delos-Diskussion ehrlich führt, landet bei einer simplen Erkenntnis: Souveränität ist keine Produktkategorie. Sie ist eine Beschaffungsentscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie in Ihrer Behörde gerade vor der Frage stehen, welche Cloud-Abhängigkeiten ein echtes Souveränitätsrisiko darstellen und welche nicht – und einen Gesprächspartner suchen, der diese Abwägung ohne Verkaufsinteresse kennt: Schreiben Sie mich an.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>