<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Digitale-Infrastruktur on Dr. Christian Knebel</title><link>https://dr-christian-knebel.de/tags/digitale-infrastruktur/</link><description>Recent content in Digitale-Infrastruktur on Dr. Christian Knebel</description><generator>Hugo -- gohugo.io</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Sat, 31 Oct 2020 20:00:00 +0100</lastBuildDate><atom:link href="https://dr-christian-knebel.de/tags/digitale-infrastruktur/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Zweite Welle. Digitale Verwaltung erneut unter Druck. – Oktober 2020 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2020-10-monatsrueckblick/</link><pubDate>Sat, 31 Oct 2020 20:00:00 +0100</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2020-10-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Die zweite COVID-Welle ist da. Fallzahlen steigen, erste Einschränkungen werden wieder erlassen. Was das für die öffentliche Verwaltung bedeutet, ist diesmal eine andere Frage als im März: Nicht mehr „Wie reagiert man auf eine unvorhergesehene Krise?&amp;quot;, sondern „Was hat man aus der ersten Welle gelernt?&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Antwort ist gemischt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-sich-seit-dem-frühjahr-verbessert-hat"&gt;Was sich seit dem Frühjahr verbessert hat&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Homeoffice-Infrastruktur ist in vielen Bundesbehörden robuster geworden. VPN-Kapazitäten wurden ausgebaut. Videokonferenzsysteme sind eingespielt. Was im März eine Notlösung war, ist im Oktober Routinebetrieb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist keine Kleinigkeit. Behörden, die sechs Monate Erfahrung mit verteiltem Arbeiten haben, funktionieren im Oktober besser als im März. Das zeigt: Krisenbewältigung durch Lernen ist möglich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige OZG-Dienste, die im Frühjahr noch nicht existierten, sind inzwischen live. Die Entwicklungsgeschwindigkeit hat durch das Konjunkturbudget und den Krisendruck zugenommen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-sich-nicht-verbessert-hat"&gt;Was sich nicht verbessert hat&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die E-Akte ist in vielen Behörden noch immer nicht flächendeckend eingeführt. Wer im März physische Akten als Problem identifiziert hat, hat in sechs Monaten nicht alle Akten digitalisiert. Das ist realistisch. Es ist aber auch ein Indikator dafür, dass „Pflicht zur E-Akte&amp;quot; ohne Konsequenz für Nichteinhaltung keine Pflicht ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommunale Bürgerämter stehen erneut vor dem Problem geschlossener Schalter und fehlender digitaler Alternativen. Dienste, die bis Ende 2022 online sein sollen, sind es im Oktober 2020 noch nicht. Das ist keine Überraschung, es ist aber schmerzhaft sichtbar.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="resilienz-ist-eine-andere-kategorie-als-digitalisierung"&gt;Resilienz ist eine andere Kategorie als Digitalisierung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Was die zweite Welle schärfer macht als die erste: Die Unterscheidung zwischen Digitalisierung und Resilienz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Digitalisierung bedeutet: analoge Prozesse durch digitale zu ersetzen. Resilienz bedeutet: digitale Systeme so zu bauen, dass sie unter unerwarteten Lasten nicht versagen, dass Ausweichpfade existieren, dass kritische Leistungen nie vollständig ausfallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein perfekt digitalisierter Dienst, der bei der dritten Lastspitze einbricht, ist nicht resilient. Eine Verwaltung, die alles digitalisiert hat, aber keine analogen Fallback-Prozesse mehr kennt, ist nicht resilienter als vorher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das für OZG bedeutet: Dienste sollten nicht nur auf Funktionalität, sondern auch auf Ausfallsicherheit und Lastverträglichkeit abgenommen werden. Wer das als Nice-to-have behandelt, lernt es unter Echtbedingungen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie in Ihrer Behörde Resilienz und Digitalisierung zusammendenken wollen: Das Kontaktformular unten ist der direkteste Weg zu mir.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Cloudstrategie und Datensouveränität. Was öffentliche IT jetzt entscheiden muss. – Oktober 2019 im E-Government-Rückblick.</title><link>https://dr-christian-knebel.de/posts/2019-10-monatsrueckblick/</link><pubDate>Thu, 31 Oct 2019 20:00:00 +0100</pubDate><guid>https://dr-christian-knebel.de/posts/2019-10-monatsrueckblick/</guid><description>&lt;p&gt;Die Cloudstrategie der öffentlichen Verwaltung wird im Oktober 2019 intensiver diskutiert. Was auf dem Tisch liegt: Wie soll die öffentliche IT ihre Infrastruktur in den nächsten Jahren aufbauen? Welche Rolle spielen die großen Hyperscaler? Was bleibt in eigenen Rechenzentren? Und wer trägt welche Verantwortung in einem föderalen System?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sind keine abstrakten Fragen. Sie entscheiden über die technische Basis, auf der OZG-Dienste in den nächsten Jahrzehnten betrieben werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-datensouveränität-konkret-bedeutet"&gt;Was Datensouveränität konkret bedeutet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Begriff &amp;ldquo;Datensouveränität&amp;rdquo; taucht in der Diskussion über öffentliche Cloud-Infrastruktur häufig auf. Was er in der Praxis bedeutet, ist unschärfer als seine Verwendung suggeriert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Datensouveränität bedeutet nicht zwingend, dass keine Daten auf ausländischen Servern liegen. Es bedeutet, dass rechtliche, technische und organisatorische Kontrolle über diese Daten gewährleistet ist. Ein US-amerikanischer Hyperscaler kann in einem europäischen Rechenzentrum operieren und trotzdem unter US-amerikanisches Recht fallen, wenn das Unternehmen in den USA gegründet ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das für öffentliche IT-Entscheider bedeutet: Die Frage &amp;ldquo;Wo liegt der Server?&amp;rdquo; ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: &amp;ldquo;Unter welchem Recht liegen meine Daten, und wer kann sie unter welchen Bedingungen herausgeben?&amp;rdquo; Diese Frage sollte vor jeder Cloud-Entscheidung beantwortet sein, nicht nach ihr.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-open-source-für-die-infrastrukturfrage-leistet"&gt;Was Open Source für die Infrastrukturfrage leistet&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Open-Source-Lösungen sind in der Cloudinfrastruktur-Debatte ein wiederkehrendes Thema. Was sie leisten können: Unabhängigkeit von Einzelanbietern, Nachvollziehbarkeit des Codes, und die Möglichkeit, die Software anzupassen, ohne auf Anbietergenehmigung angewiesen zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was sie nicht lösen: den Betriebsaufwand. Open-Source-Software muss betrieben, aktualisiert und supportet werden. Das erfordert Kapazität, die in der öffentlichen Verwaltung nicht selbstverständlich vorhanden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was funktioniert: ein strategisches Commitment zu Open Source für kritische Infrastruktur, kombiniert mit realistischer Planung des Betriebsaufwands. Wer Open Source als Kostensparmaßnahme misversteht, unterschätzt den Aufwand. Wer es als Souveränitätsstrategie versteht und entsprechend investiert, bekommt ein Fundament, das langfristig trägt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-die-gaia-x-diskussion-ankündigt"&gt;Was die GAIA-X-Diskussion ankündigt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im Hintergrund wird an europäischen Cloud-Alternativen gearbeitet. Was im Oktober 2019 noch keine fertige Initiative ist, nimmt in diesen Monaten Konturen an: die Idee, europäische Cloud-Infrastruktur zu entwickeln, die nicht von US-amerikanischen oder chinesischen Hyperscalern abhängt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das für öffentliche IT-Entscheider bedeutet: Die Landschaft wird sich in den nächsten Jahren verändern. Entscheidungen, die heute für 10 Jahre getroffen werden, sollten mit dieser Möglichkeit rechnen. Wer sich jetzt tief in proprietäre Hyperscaler-Architekturen einkauft, riskiert Abhängigkeiten, die später teuer zu lösen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was vernünftige Planung leistet: Architekturentscheidungen so treffen, dass ein Wechsel des Cloud-Anbieters in fünf Jahren möglich ist, ohne alles neu zu bauen. Das ist kein Widerspruch zur Nutzung von Hyperscalern. Es ist eine Anforderung an das Architekturdesign.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="hat-sie-das-thema-interessiert"&gt;Hat Sie das Thema interessiert?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie Cloud-Entscheidungen für Ihre Behörde strukturiert treffen wollen: Eine Nachricht über das Kontaktformular unten genügt.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>