Beratung für eine zukunftsfähige digitale Verwaltung

Ich berate auf beiden Seiten des Tisches: Auftraggeber, die Open Source und digitale Souveränität umsetzen wollen, und Anbieter, die im öffentlichen Markt wachsen wollen.

Meine Perspektive kommt nicht aus der Theorie, sondern aus über 200 Projekten und 16 Jahren als Unternehmer in genau diesem Markt. Ich kenne die Sprache der CIO-Ebene, die Logik des Vergaberechts und die Kultur der Open-Source-Communities gleichermaßen – und berate unabhängig, ohne eigenes Produkt- oder Lizenzinteresse.

Wenn Sie nicht sicher sind, wo Sie hingehören, oder Ihr Thema quer zu diesen fünf Seiten liegt: Schreiben Sie mir einfach, dann sortieren wir das gemeinsam.

Aktuelle Blogbeiträge

Schleswig-Holstein macht es für drei Millionen. Mai 2026 im E-Government-Rückblick.

Ein Jahr Bundesdigitalministerium. Die Bilanz, die sich aus den Zahlen ergibt, ist ernüchternd: Die Länder haben Microsoft im Jahr 2025 rund 191 Millionen Euro überwiesen - 84 Prozent mehr als 2021. Der BMI-Rahmenvertrag liegt bei weiteren 481 Millionen Euro . Oracle kommt allein aus neun Ländern auf über 261 Millionen . Das sind keine Schätzungen. Das sind Zahlen aus parlamentarischen Anfragen. Gleichzeitig zeigt Schleswig-Holstein, was möglich ist, wenn man aufhört zu warten: Der Standardarbeitsplatz kostet dort heute drei Millionen Euro pro Jahr statt achtzehn. Nicht durch ein Sonderprogramm, nicht durch eine neue Behörde. Durch LibreOffice statt Microsoft Office.

Registermodernisierung in Deutschland: Warum 652 Millionen Euro pro Jahr nicht reichen und wo die wirklichen Kosten lauern.

Das Worst-Case-Szenario, das keines sein müsste Angenommen, der deutsche Staat schließt seine Register exakt so, wie sie heute sind, an das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) an. Keine Strukturreformen. Keine Konsolidierung. Keine Cloud-Migration. Einfach nur alte Systeme mit neuer Verkabelung verbinden. Was kostet das? Die Antwort steht in einer Studie der PD (Beratungsgesellschaft der öffentlichen Hand), die im April 2026 veröffentlicht wurde und das nachrechnet: 652,5 Millionen Euro pro Jahr. Über zehn Jahre: 8,5 Milliarden Euro. Und das ist die konservative Rechnung.

NRW schafft die Schriftform ab – warum das mehr ist als Bürokratieabbau und den teuren Umweg über staatliche Postfächer überspringt.

Während sich die Republik in Strategie-Debatten über den „Deutschland-Stack", NOOTS und die nächste Postfach-Architektur vertieft, hat das nordrhein-westfälische Kabinett am 5. Mai 2026 eine Entscheidung getroffen , die in jedem Behördenkontakt sofort spürbar werden würde – und die deshalb mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bisher bekommt: Die landesrechtliche Schriftform soll abgeschafft werden. Künftig reicht die einfache E-Mail. Konkret: Im Rahmen eines Entlastungspakets mit über 30 Maßnahmen hat NRW beschlossen, die Schriftformerfordernisse im Landesrecht zum 1. Januar 2027 grundsätzlich aufzuheben . Wer eine Schriftform weiterhin braucht, muss das bis dahin per Rechtsverordnung ausdrücklich begründen – andernfalls entfällt sie. Diese Beweislastumkehr ist der eigentliche Hebel. Bisher musste der digitale Weg begründet werden. Künftig muss begründet werden, wenn weiter analog kommuniziert werden soll.

652 Millionen pro Jahr ohne Reform. April 2026 im E-Government-Rückblick.

Im April 2026 liefert die Verwaltungs-Realität konkrete Beweise zu den Diagnosen der Vormonate. Eine Tagesspiegel-Headline vom 07.04.2026 (Tagesspiegel Background, Paywall) fasst es zusammen: „Register kosten ohne Reform 652,5 Millionen Euro jährlich." Das ist die Größenordnung dessen, was der Status quo der föderalen Registerlandschaft an laufendem Betrieb verschlingen wird, wenn staatliche Stellen ihre Register nicht technisch und strukturell modernisieren. Im selben Monat passieren drei Dinge, die methodisch zusammenhängen: Eine Deutschland-App wird an SAP und Telekom vergeben. Das BSI legt erstmals Cloud-Souveränitätskriterien vor. Der Bundestag beschließt einen Digital-Haushalt. Drei Bewegungen, drei Diagnosen.

Zuviel Geld ist das Problem. März 2026 im E-Government-Rückblick.

Der März stand im Zeichen des Deutschland-Stacks. Das BMDS hat erstmals eine Nationale Rechenzentrumsstrategie vorgelegt. ZenDiS hat seine 20 Souveränitätskriterien zur öffentlichen Konsultation gestellt. Der IT-Planungsrat hat in Rostock den Stack mit Plattformkern beschlossen und das FITKO-Budget neu sortiert. Klingt nach Bewegung. Klingt aber auch nach dem, was der Tagesspiegel in derselben Woche pointiert getitelt hat: „Erst der Auftrag, dann das Konzept." Mein Eindruck nach drei Wochen mit dem Thema: Wir reden hier nicht über zu wenig Geld. Wir reden über die Folgen einer Politik, die zu vielen parallelen Spuren gleichzeitig Geld gibt.